Die Generalabrechnung des Erdinger Eishockeychefs

Gladiators erwirtschaften einen Gewinn – Aber der Chef grummelt und wird wiedergewählt

Rainier Sabus hatte vor zwei Jahren angekündigt, im Jahr 2019 nicht mehr zu kandidieren. Jetzt ist er doch wieder zum Eishockey-Abteilungsleiter des TSV Erding gewählt worden. Obwohl er vorher in der Versammlung am Donnerstagabend allen – wirklich allen – die Leviten gelesen hatte.

Am glimpflichsten kamen noch die Spieler der Herrenmannschaft davon. Ihnen hatte er zwar auch bescheinigt, dass sie das Saisonziel – nämlich die Playoff-Plätze – nicht erreicht hätten. Aber er erklärte dies mit dem im Vergleich zur Vorsaison dünneren Kader, einigen unglücklich gelaufenen Spielen und mit dem Verletzungspech bei den Torhütern. Monatelang stand mit Jonas Steinmann nur ein Bayernliga-Goalie zur Verfügung. Der 16-jährige Daniel Wagner und Oldie Jürgen Gattermann mussten aushelfen.

Kurz kartelte Sabus noch nach, was den ehemaligen hauptamtlichen Jugendtrainer anbelangt, indem er dessen Nachfolger Stefan Teufel bescheinigte, dass dieser einen Scherbenhaufen übernommen habe. Dank der engagierten Arbeit Teufels, der die U 15 und U17 sogar selbst betreut, gehe es jetzt wieder aufwärts. Die Großfeld-Mannschaften seien jetzt zumindest nicht mehr Letzter ihrer Ligen. Er konstatierte den Teams „kleine und im älteren bereich sogar deutliche Steigerungen“. Kein Verständnis habe er allerdings, wenn Spieler, die der U 20 entwachsen sind, eine Spielgarantie in der Ersten fordern würden („Die gibt’s natürlich nicht“) oder bis zu 300 Euro im Monat verlangen („Da wären wir schon in Bereichen unserer alten Hasen“).

Verärgert zeigte sich Sabus auch über das Gebahren des Eishallen-Betreibers. „Wir wurden von der Stadtwerke auf die Straße gesetzt“, berichtete der Eishockeychef von der Teilräumung des Kraft- und VIP-Raums. Nur dank der Vermittlung von OB Max Gotz habe der Verein wenigstens eine Garage erhalten, um seine Utensilien einzulagern.

Da sich zudem die Bauarbeiten im vergangenen Jahr um fast zwei Monate bis in den November verzögert hätten, „hätten wir eigentlich nicht räumen müssen und und so 1000 Euro Einlagerungskosten gespart“. In Richtung Stadt Erding meinte er noch: „Wenn man für 5,4 Millionen Euro eine neue Halle hinstellt, hätte ein Container den Kohl auch nicht mehr fett gemacht.“

Zudem habe die Stadt bisher die Vorschläge der Gladiators bezüglich einer Verkaufshütte aus brandschutztechnischen Gründen abgelehnt. „Bisher gibt es keine Bewirtschaftung in der künftigen Halle. Ich hoffe, dass wir im Sommer noch eine Lösung finden“, sagte Sabus.
Wie wichtig der Kioskverkauf für die Abteilung ist, liste Kassier Andreas Weigel auf. Laut seinem Finanzberichtet habe die Abteilung trotz der Ausgaben in Höhe von 414 000 Euro einen Gewinn von 8900 Euro erwirtschaftet. Das liege eben neben den 117 000 Euro an Eintrittsgeldern insbesondere an den 55 000 Euro Gewinn aus dem von Vereinsmitgliedern ehrenamtlich betriebenen Kiosk.

Thomas Zahn, Präsident des Hauptvereins, bescheinigte Schatzmeister Weigel eine einwandfreie Kassenführung und lobte schließlich den kompletten Vorstand in den höchsten Tönen. „Vor vier Jahren war die Abteilung klinisch tot“, erinnerte er an die 130 000 Euro Schulden von damals. „Ihr habt das innerhalb von drei Jahren alles zurückgezahlt. Ich glaube nicht, dass es so etwas in Deutschland schon mal einem Verein gelungen ist“, sagte Zahn, der dann die Neuwahlen leitete.

Zuvor nahm sich allerdings Sabus noch die Eltern von Jugendspielern zur Brust, die sich über nahezu alles beschwerten, ohne selbst Verantwortung für etwas zu übernehmen. Geärgert habe er sich über das Gerücht, seine Tochter würde als Trainerin 900 Euro im Monat kassieren.

„Sorsha hat ein Freiwilliges Soziales Jahr für den Verein absolviert und zuvor noch auf eigene Kosten ihren Trainerschein in Düsseldorf gemacht.“ Letztlich habe sie monatlich 300 Euro erhalten, als FJSler für 38,5 Stunden, gezahlt vom Staat. Persönlich betroffen habe ihn der Vorwurf gemacht, Jugendleiterin Claudia Modlmayr sei faul. Sabus würdigte das große Engagement Modlmayrs und nannte dazu ein Beispiel. „Als wir jetzt die Halle geräumt haben, war Claudia bei jedem Termin anwesend und hat Sachen geschleppt, die eigentlich viel zu schwer waren für sie. Von den Beschwerdeführern war weit und breit niemand zu sehen.“

Apropos Hallenräumung: Sabus nannte alle, die der Abteilung halfen, mit Namen und sagte ins Rund der Mitglieder, dass er sich hier schon etwas mehr Unterstützung gewünscht hätte. Die Zusammenarbeit mit seinen Vorstandskollegen hingegen sei so gut gewesen, dass er sich vorstellen können, trotz seiner Ankündigung vor zwei jahren doch noch einmal eine Amtszeit dranzuhängen, zumal sich – von einer anonymen Anfrage mal abgesehen – auch keine Interessenten für eine Nachfolge gemeldet hätten.

Rainier Sabus machte seine Kandidatur aber davon abhängig, dass auch sein bisheriges Team gewählt werde. Für die meisten der 50 anwesenden Mitglieder (von rund 400) war dies dann auch kein Problem. Er wurde mit zwei Gegenstimmen ebenso wiedergewählt wie Jugendleiterin Modlmayr. Auch der Rest der Abteilungsführung wurde im Amt bestätigt.

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Kurztabelle

PlatzMannschaftSp.Punkte
0 EC Bad Kissingen 0 0
0 ESC Dorfen 0 0
0 TSV Erding 0 0
0 ESC Geretsried 0 0
0 EHC Klostersee 0 0
0 EHC Königsbrunn 0 0
0 HC Landsberg 0 0
0 TEV Miesbach 0 0
0 EHF Passau 0 0
0 TSV Peißenberg 0 0
0 EC Pfaffenhofen 0 0
0 EA Schongau 0 0
0 ERV Schweinfurt 0 0
0 EHC Waldkraiburg 0 0
(0) (ESV Buchloe) (0) (0)
Stand: 09.07.2019 ohne Gewähr