Schedlbauer, der Turm in der Schlacht

Der Gladiators-Torwart überragt bei den beiden Siegen gegen den TSV Peißenberg

Mehr als zufrieden sind die Erding Gladiators mit der Ausbeute von fünf Punkten am vergangenen Wochenende. Zweimal ging es gegen den TSV Peißenberg, zweimal verließ die Mannschaft von Trainer Thomas Vogl als Sieger das Eis – 4:3 nach Verlängerung und 4:1.

Am Freitag waren die Peißenberger eigentlich die bessere Mannschaft, führten 3:2 und waren auch nach dem Ausgleich der Gladiators drauf und dran, den Siegtreffer zu erzielen. Der gelang aber dann auf der Gegenseite Erdings Dominik Canic.

Sichtlich angefressen war Peißenbergs Trainer Rainer Höfler, der sich in der Pressekonferenz auf ein relativ kurzes Statement beschränkte. „Wenn du die Tugenden vermissen lässt, die uns im Moment ausmachen, dann kannst du solche Spiele nicht gewinnen“, schimpfte er. „Wir kommen über unsere Laufstärke, aber heute sind wir nicht gelaufen.“

Höflers Gegenüber Vogl lobte dagegen die Peißenberger. „Die stehen nicht umsonst auf Platz zwei“, meinte er. „Das ist eine gute Truppe, mit viel Tiefe im Kader.“ Er beklagte, dass kurz vor dem Spiel neben Andreas Schmelcher und Philipp Spindler auch noch kurzfristig Oliver Wawrotzki ausgefallen war, zudem musste Lars Bernhardt nach nur einem Wechsel verletzt passen. So hob er mit Sebastian Schwarz und Rudi Lorenz zwei Spieler heraus. „Ich muss für die zwei mal eine Lanze brechen“, sagte Vogl. „Die blocken Schüsse, werfen sich rein und schieben doppelte Schichten – also ohne die zwei wären wir ganz schlecht dran.“

Wenn er auf die bisherigen Spiele zurückblicke, „so hatten wir bis auf Miesbach in jedem Spiel die Chance zum Sieg“. Angesprochen darauf, ob er neidisch sei auf die dominierenden Ausländer-Duos bei Miesbach (Kokoska/Slavicek), Spitzenreiter Waldkraiburg (Rousek/Straka) und Peißenberg (Novacek/Morley), sagte der Gladiators-Coach: „Jein.“ Man habe sich entschieden, auf deutsche Spieler zu setzen. „Aber ich kein Gegner von Ausländern im Team“, bekannte Vogl. „Doch es muss passen – und ist natürlich auch ein Kostenfaktor.“

Eine gnadenlose Effektivität hatte Peißenbergs Lukas Novacek, der in allen elf Spielen bis dahin getroffen hatte – am Freitag in Erding war er sogar zweimal erfolgreich. Umso erstaunlicher war, dass der Tscheche am Sonntag beim Rückspiel in Peißenberg quasi komplett aus dem Spiel genommen werden und erstmals keinen Scorerpunkt verbuchen konnte.

Obwohl bei Erding mit Sebastian Lachner noch ein Spieler ausfiel, gewannen sie 4:1. Es war eine taktische Meisterleistung, die das Team ablieferte. Turm in der Schlacht war wieder Torwart Christoph Schedlbauer, der sich längst zum Erdinger Königstransfer entwickelt hat. Da sich die beiden Top-Sturmreihen weitgehend neutralisierten, rückten diesmal Spieler in den Mittelpunkt, die bisher wenig Glück hatten. So verbuchten mit Stefan Groß (1:0), Martin Dürr (2:0) und Lukas Krämmer (4:1) gleich drei Spieler ihren ersten Saisontreffer.

Noch grantiger als am Freitag war nach der Heimniederlage Peißenbergs Trainer Höfler. „Heute hat nicht unbedingt die bessere Mannschaft. aber auf jeden Fall die cleverere Mannschaft gewonnen”, knurrte er.

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